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Kulturgeschichte

Donaufest: Lesung & Gespräch: Ausübung der inneren Freiheit mit András Visky (Rumänien)

Foto: Gábor Kiss

Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Eine Veranstaltung in Kooperation und im Rahmen des Internationalen Donaufestes 2026

Moderator: Dr. Christoph Hantel (Leiter vh Ulm)
Aus der ungarischen dolmetscht: Esther Siegmund Heinke
Aus dem Roman von A. Visky: »Aussiedlung« (Suhrkamp, 2025) liest: Stephan Clemens (Theater Ulm)

Teile der Donauufer in osteuropäischen Ländern blieben auch unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg Schauplatz ideologischer Auseinandersetzungen. In den 1950er-Jahren wurden in Rumänien Zehntausende Menschen in Arbeitslager des neuen Regimes deportiert. In seinem Roman »Aussiedlung« erzählt der Dramatiker und Dichter András Visky von einer Art „Golgatha“, die eine gläubige Familie durchlebt. Zunächst aus Ungarn nach Rumänien emigriert, wird sie später von den rumänischen Behörden gezwungen, jahrelang von einem Arbeitslager ins nächste zu ziehen. Die Mutter und ihre sieben Kinder leben in einer Atmosphäre der Gewalt, an der Grenze der Existenz – in einer Erdgrube nahe dem Donaudelta in der Bărăgan-Steppe – und üben trotz der unerträglichen Umstände – Solidarität. Währenddessen verbüßt der Vater, ein Pastor, eine 22-jährige politische Haftstrafe… Die Liebe erhebt sich trotz allem über Rache und Verachtung.
Diese Weltanschauung wird im Roman – wie bei allen großen Meistern des Erzählens – auch formal unterstützt. Die 822 kurzen Kapitel beginnen alle mit einem Kleinbuchstaben und enden ohne Punkt. Dadurch wird u.a. angedeutet, dass „die Freiheit keine Selbstverständlichkeit ist. Man muss sie immer wieder neu definieren, weil die Menschlichkeit stets neue Formen der Gefangenschaft erfindet“ (A. Visky).

In der meisterhaften Übersetzung von Timea Tanko aus dem Ungarischen steht der Roman auf mehreren Bestenlisten verschiedener Jurys im deutschsprachigen Raum.

Über den Autor:
András Visky, Jahrgang 1957, ist ein namhafter ungarischer Dramatiker und Regisseur, der in Cluj-Napoca lebt und arbeitet. Nach Jahrzehnten, in denen er Theaterstücke, Gedichte und Essays schrieb, veröffentlichte er 2022 seinen ersten und einzigen Roman „Die Aussiedlung“. Dieses Buch erregte allergrößtes Aufsehen in Ungarn und liegt dort mittlerweile in der fünften Auflage vor.


Mit freundlicher Unterstützung des Liszt-Institutes – Ungarischen Kulturzentrum Stuttgart und der Péter Horváth Stiftung

Die Kulturbuchhandlung Jastram bietet zur Veranstaltung einen Büchertisch an.

Datum | Uhrzeit
Termin: Montag, 06.07.2026 | 18:30 Uhr
Ort

EinsteinHaus, Club Orange

Kurs-Nummer

26F0118039

Informationen zur Veranstaltung

Tanja Nova
Tel. 0731 1530-34
nova@vh-ulm.de

Plätze

Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Preis

Eintritt frei

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