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Die Ausstellung

Inhalt der Ausstellung: Ulmer Jugendopposition im Nationalsozialismus

Hans und Sophie Scholl, deren Namen weltweit mit der »Weißen Rose« gleichgesetzt werden, gelten heute als Inbegriff für den Jugend-Widerstand gegen das Hitler-Regime. Kaum jemand weiß, dass die Geschwister aus Ulm kamen. Kaum jemand weiß, dass sie in Ulm Mitstreiter hatten, die auch vom Volksgerichtshof verurteilt wurden. Aus keiner anderen Stadt kamen so viele Mitglieder der »Weißen Rose« wie aus Ulm. Im Schatten blieben auch andere Ulmer Jugendliche, die in Konflikt mit der NS-Herrschaft gerieten, oft nur, weil sie anders dachten, anders glaubten, anderes für wichtig hielten.

Die Ausstellung porträtiert Hans und Sophie Scholl, die Ulmer Abiturientengruppe sowie weitere 22 Ulmer Jugendliche, die im Nationalsozialismus nicht in Reih und Glied mitmarschiert sind. Sie zogen ihre bündnischen, christlichen und kommunistischen Jugendgruppen der Hitlerjugend vor. Sie verweigerten den Eid auf Hitler, klebten Plakate, verteilten Flugblätter, desertierten, wurden verfolgt und von NS-Gerichten verurteilt. Andere verhalfen Zwangsarbeitern zur Flucht oder deckten jüdische Bürgerinnen und Bürger bzw. versteckten sie in ihren Jugendgruppen. 19 der porträtierten Jugendlichen lebten noch und haben berichtet, was sie erlebt haben. Bei anderen gaben Verwandte oder Freunde Auskunft.

Konzeptionelles Ziel der Ausstellung ist es, hauptsächlich junges Publikum anzusprechen. Deshalb wurden in der Ausstellung ausschließlich Jugendliche porträtiert, die während der NS-Zeit wie die Geschwister Sophie und Hans Scholl in Ulm gelebt haben. Mit ihrem Leitmotiv »Zivilcourage« sind die Ausstellungen zeit- und epochenunabhängig. Basierend auf dem historischen Hintergrund des Nationalsozialismus regen sie zum Nachdenken an, lassen Schülerinnen und Schüler, die sich damit auseinander setzen, kritisch fragen: Ist Zivilcourage auch heute noch »gefragt«?

Führungen

Führungen durch die Dauerausstellung sind nach Vereinbarung (auch während der Ferien) möglich.

Preise:
Gruppen: EUR 50,-/30,- (ermäßigt)

Treffpunkt jeweils im Foyer der Ulmer Volkshochschule

Öffnungszeiten

»wir wollten das andere«
Ulmer DenkStätte Weiße Rose
Jugendliche in Ulm 1933 bis 1945

Ulmer Volkshochschule
EinsteinHaus
Kornhausplatz 5
89073 Ulm

Öffnungszeiten (außer Sommer- und Weihnachtsferien):
Montag bis Freitag 8 bis 22 Uhr
Samstag 8 bis 15 Uhr

Telefon: (DenkStätte) 0731 1530-22 (Dr. Andreas Lörcher)
Telefon: (vhulm) 0731 1530-0
Telefax: 0731 1530-50
E-Mail: weisse.rose@vh-ulm.de

Literatur

  • Wilfried Breyvogel: Piraten, Swings und Junge Garde. Jugendwiderstand im Nationalsozialismus. Bonn 1991
  • Susanne Hirzel: Vom Ja zum Nein. Eine schwäbische Jugend 1933-1945. Tübingen 1998
  • Inge Jens (Hg.): Hans Scholl, Sophie Scholl. Briefe und Aufzeichnungen. Frankfurt 1984
  • Arno Klönne: Jugend im Dritten Reich. Die Hitler-Jugend und ihre Gegner. Köln 1999
  • Martin Klaus: Mädchen im Dritten Reich. Der Bund Deutscher Mädels. Köln 1998
  • puls 22 (Dokumentationsschrift der Jugendbewegung): Die Ulmer »Trabanten«. Hans Scholl zwischen Hitlerjugend und dj.1.11.. ISSN 0342-3328
  • Inge Scholl: Die Weiße Rose. Erweiterte Neuausgabe, Frankfurt 1982
  • Dr. Barbara Schüler: »Im Geiste der Gemordeten...«. Die »Weiße Rose« und ihre Wirkungen in der Nachkriegszeit. Paderborn 2000

Gestaltung der Ausstellung

Pancho Ballweg und Uli Häussler gehen bei der Gestaltung der Ausstellung neue Wege und sprechen auf zeitgemäße Art vor allem jugendliche Betrachter an: Der Widerspruch wird visualisiert: Der Gegensatz zwischen dem im Titel enthaltenen »anderen« und dem mitzudenkenen »einen«. Dieses »eine«, etwa die ins Stadion einmarschierenden BDM-Mädchen, oder Hitlerjungen, beim Zug durch Ulm, steht dominant, großflächig, raumfüllend, gerastert – im Hintergrund. Die vorderen Plätze sind dem »anderen« reserviert, denen, die nicht mitmarschieren konnten oder wollten. Die opponierenden Jugendlichen werden als Individuen im Vordergrund farbig porträtiert. Die Botschaft wird konsequent durch Bilder vermittelt. Die Texte sind kurz, erläutern ihre Motivation, anders zu handeln, beschreiben den Lebensabschnitt der Betroffenen.

Dr. Andreas Lörcher Fachbereichsleiter
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