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Kontroversen
Dr. Silvester Lechner, ehem. Fachbereichsleiter Politik, Gesellschaft und Geschichte von 1974–1981
Die vh Ulm war von ihren Gründern als Raum für kritischen, konstruktiven Dialog gedacht. Kontroversen gehörten dazu – und mussten ausgehalten werden. Das zeigte sich bei der Aufarbeitung der NS-Zeit ebenso wie bei der Entstehung der Friedensbewegung in den 1980er Jahren. »Die Ulmer Volkshochschule ist stets mit den politischen Entwicklungen ihrer Zeit gegangen«, erinnert sich Dr. Silvester Lechner, von 1974 bis 1981 an der vh tätig. »Viele Menschen fanden hier Raum für ihre Themen und Ideen.« »Freiheit, die du ungenutzt lässt, verfällt«, weiß die frühere Leiterin Dr. Dagmar Engels-Kress. Freiheit und Mitbestimmung seien »Teil der DNA der vh« gewesen: »Um Gehör zu finden, musste sie ein Stachel im Fleisch der Stadtgesellschaft sein.« Dabei war die vh immer auch Seismograf gesellschaftlicher Entwicklungen: erst »Schule der Demokratie«, dann »Schule der Integration«. Kritik blieb nicht aus. Auch in finanziell schwierigen Zeiten hielt die vh an politischer Bildung fest. Lothar Heusohn, Fachbereichsleiter Politik von 1981 bis 2016, resümiert: »Wir standen als vh für Positionen und Kontroversen, ohne uns von Autoritäten abschrecken zu lassen. Wenn es keinen Ort gibt,an dem unterschiedliche Positionen besprochen werden, wie soll Bewusstseinsbildung gelingen? Wir folgten Inge Aicher-Scholls Leitsatz ›Einmischung erwünscht‹.«
Daniel Kanzleiter, Fachbereichsleiter Politik seit 2024, sagt: »Kontroverse braucht institutionelle Freiheit – nur als unabhängiger Verein können wir unbequeme Themen aufgreifen«.

In Architektur gegossene Programmatik: Diskussion im Club Orange, 1970er Jahre.

Podiumsdiskussion im Club Orange im Rahmen des »Offenen Samstags«, 1970er Jahre.
Kontroversen auszuhalten und ins Gespräch zu kommen, gehört zum Leitbild der vh Ulm. Sie ist Lernort und öffentlicher Raum zugleich, ein Ort, an dem unterschiedliche Stimmen sichtbar werden und gesellschaftliche Fragen verhandelt werden. Vielfalt der Stimmen und Haltungen zuzulassen, gehört ebenso dazu wie Klärung durch Auseinandersetzung. »Eine Einrichtung zu haben, in der Teilhabe und Bildung Wirklichkeit werden, wo Menschen sich an politischen Prozessen beteiligen – sei es in ihrer Straße, in ihrem Quartier oder in der Stadtpolitik –, das macht etwas Wichtiges mit Menschen.«, sagt Lothar Heusohn. »Bürgerbeteiligung und Partizipation konnten wir hier mitprägen.« Nach dem Nationalsozialismus musste eine kritische Diskussionskultur erst neu entstehen – nach 13 Jahren ohne Meinungsfreiheit und Demokratie. Konflikte werden in der vh Ulm nicht geglättet, sondern bewusst zugelassen: in dia- logischen Formaten, offenen Gesprächsrunden und Arbeitskreisen. So schafft die vh Ulm Voraussetzungen für Beteiligung und Selbstermächtigung. Der architektonisch einzigartige Club Orange ist dabei ein zentrales Forum des Austauschs. Hier kom- men Menschen aus unterschiedlichen Milieus zusammen, diskutieren kritisch und konstruktiv auf Augenhöhe. »Die Volkshochschule war für viele der erste Ort, an dem ihre Probleme ernst genommen wurden«, erinnert sich Dr. Silvester Lechner. Das galt für Migrant*innen, für die Frauenbildung oder die Friedensbewegung der 1980er Jahre. Was die Gesellschaft bewegt, hat an der vh Ulm seinen Platz. »Sich einzumischen und mitzugestalten«, so Heusohn, »ist ein zentraler politischer Bewusstseinsprozess – und Kern der Volkshochschule.«
»Die runden Tische im Club Orange sind Programm: Man soll diskutieren.«
Dr. Silvester Lechner, ehem. Fachbereichsleiter Politik, Gesellschaft und Geschichte

