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Gründung
Inge Aicher-Scholl, Gründerin und Leiterin der vh Ulm 1946–1974
»Einmischung erwünscht« – das wünschte ich mir für meine Ulmer Volkshochschule. Nach der Ermordung meiner Geschwister Hans und Sophie wegen ihres Widerstandes in der »Weißen Rose« war mir klar: Es musste eine Schule der Demokratie entstehen. Am 24. April 1946 gründete ich die vh Ulm. Sie sollte die Fenster zur Welt öffnen. Ulm lag in Trümmern, wir mussten neu heraus- finden, wer wir sein wollten. Die Menschen sollten Zusammenhänge hinterfragen und Hornhaut gegen Parolen und Hetze entwickeln. Wegen meiner Durchsetzungskraft in der Ulmer Männerwelt wurde ich »Sanfte Gewalt« genannt. Deutschlandweit lud ich zu Vorträgen ein: Schriftsteller, Theologen, Künstler, Politiker kamen. Man sollte sehen, dass ein neuer Anfang gemacht wird – durch ein eigenes Haus. Jahrelang legten wir von jedem Vereinsmitglied 50 Pfennige zurück, bis wir das Geld für das neue Haus im Zentrum der Stadt zusammengespart hatten. 1968 konnten wir dort einziehen. Nachdem ich mich nach 28 Jahren zurückzog, traten Dr. Thomas Lindemann, Manfred Escherig, Dr. Dagmar Engels und Dr. Christoph Hantel in meine Fußstapfen. Mein Rat: Bleibt ein Haus für alle. Tretet ein für Menschenrechte. Haltet das Erbe der »Weißen Rose« lebendig – als Auseinandersetzung mit Verantwortung und Gewissen für kommende Generationen.

Inge Scholl, Leiterin der vh Ulm, ca. 1950.
Foto: Hannes und Ike Rosenberg
© Museum Ulm / HfG-Archiv und Hannes und Ike Rosenberg

Otl Aicher, Inge Scholl und Hans Werner Richter auf dem Ulmer Marktplatz, ca. 1950.
Foto: Hannes und Ike Rosenberg
© Museum Ulm / HfG-Archiv und Hannes und Ike Rosenberg

Inge Scholl mit Walter Gropius (rechts) während der Eröffnung des HfG-Gebäudes, 1955.
Foto: Ike und Hannes Rosenberg
© Museum Ulm / HfG-Archiv und Hannes und Ike Rosenberg
Die Ulmer Volkshochschule wurde am 24. April 1946 gegründet – genau ein Jahr nach der Befreiung der Stadt durch die Amerikaner. Initiatorin war Inge Aicher-Scholl, die Schwester von Hans und Sophie Scholl, unterstützt von ihrem Mann Otl Aicher. Im Geist der »Weißen Rose« wollte sie Bildung als Grundlage für Demokratie und Verantwortungsbewusstsein neu denken. Das Motto lautete damals: »Einmischung erwünscht!« – und die vh Ulm forderte früh dazu auf, sich aktiv am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen. Unter dem Slogan »Keine Angst vor Bildung« wurde die vh Ulm zu einem Ort für Aufbruch und Diskussion. Schon 1948 zählte sie 3.000 Mitglieder – ein beeindruckender Erfolg in einer Zeit des Neubeginns. In den 1960er und 1970er Jahren war das EinsteinHaus Zentrum der Ulmer Debattenkultur: Die 68er diskutierten hier, Jugendliche trafen sich an den »Offenen Samstagen«, später entstand die Lateinamerika- Bewegung und engagierte Stadtbürger planten die Zukunft Ulms. Ab den 1980ern wuchs das Angebot weiter: 1986 kam die Frauenakademie, 1987 die kontiki Kulturwerkstatt für Kinder und Jugendliche dazu. In den 1990ern hielten Computer und Internet Einzug, im Jahr 2000 folgten die Denk- Stätte Weiße Rose und die Gesundheitsakademie mit Yogazentrum, 2005 die Akademie für Bürgerschaftliches Engagement und 2013 das Aicher- Scholl-Kolleg.
Heute ist die vh Ulm mit ihrem breiten Bildungsangebot und einem starken Netzwerk an Partnern noch immer eines der wichtigsten Häuser für Kultur und Lernen in der Region. Ein Raum, der Wirkung entfaltet.
»Es galt, die Fenster zur Welt aufzustoßen und den Einzelnen zum eigenen Denken und Urteilen, zur Mitverantwortung für die Gesamtheit anzuregen.«
Inge Aicher-Scholl, Gründerin und Leiterin der vh Ulm

